Was hilft gegen Bluthochdruck?
Am wirksamsten gegen Bluthochdruck ist die Kombination aus mehr Bewegung, weniger Salz und Alkohol, Gewicht abnehmen, Rauchstopp und, wenn nötig, Medikamenten. Diese Punkte können den Blutdruck senken. Für einen akut hohen Messwert helfen Ruhe und langsames Atmen. Als Unterstützung gibt es außerdem eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die dein Arzt auf Rezept verordnen kann und die die gesetzliche Krankenkasse voll bezahlt.
Ein einzelner hoher Wert ist noch kein Notfall. Erst mehrere erhöhte Messungen in Ruhe sprechen für Bluthochdruck.
Der größte Hebel ist der Alltag: Bewegung, weniger Salz, weniger Alkohol, weniger Gewicht. Das wirkt oft stärker als einzelne Hausmittel.
Bei sehr hohen Werten mit Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen gilt: Notruf 112.
Die Kasse zahlt mehr als nur Tabletten. Kurse, Vorsorge und eine App auf Rezept gehören dazu.
Bluthochdruck (medizinisch Hypertonie) tut lange nicht weh, deshalb wird er oft spät bemerkt. Ab dauerhaft 140 zu 90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Was dann hilft, lässt sich in zwei Fragen aufteilen: Was kannst du selbst tun, und was übernimmt die Krankenkasse. Beides gehen wir hier durch. Stand der Angaben ist der 7. Juli 2026.
Was tun gegen Bluthochdruck im Alltag?
Die Deutsche Herzstiftung und die ärztlichen Leitlinien sind sich einig, welche Maßnahmen den Blutdruck wirklich senken. Diese Punkte sind der Kern der Antwort auf die Frage, was gegen Bluthochdruck hilft:
- Bewegung: mehrmals pro Woche Ausdauer wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Regelmäßige Bewegung kann den oberen Wert um mehrere mmHg senken.
- Weniger Salz: möglichst unter 6 Gramm pro Tag. Der meiste Salz steckt in Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichten, nicht im Salzstreuer.
- Gewicht abnehmen: schon wenige Kilo weniger machen sich beim Blutdruck bemerkbar.
- Weniger Alkohol, kein Rauchen: beides treibt den Druck hoch, Rauchen schädigt zusätzlich die Gefäße.
- Stress abbauen: Entspannung, Schlaf und Atemübungen helfen dem Druck über den Tag.
Wenn diese Maßnahmen nicht reichen, verordnet der Arzt blutdrucksenkende Medikamente. Die gesetzliche Kasse übernimmt verschreibungspflichtige Medikamente bis auf die gesetzliche Zuzahlung von 5 bis 10 Euro je Packung.
Isometrische Übungen gegen Bluthochdruck
In den letzten Jahren haben isometrische Übungen viel Aufmerksamkeit bekommen, oft beworben als "7 hochwirksame 3-Minuten-Übungen gegen Bluthochdruck". Isometrisch heißt: Der Muskel spannt an, ohne sich zu bewegen. Studien zeigen, dass solche Halteübungen den Blutdruck senken können. Das ist keine Wunderlösung, aber ein sinnvoller Baustein.
- Wandsitz: mit dem Rücken an der Wand in die Hocke gehen, als säßest du auf einem unsichtbaren Stuhl, die Spannung etwa zwei Minuten halten.
- Handgriff-Übung: einen weichen Ball oder ein Handtuch fest greifen und die Spannung halten, mehrere Durchgänge je Hand.
- Planke: im Unterarmstütz den Körper gerade halten, so lange es sauber geht.
Sinnvoll sind kurze Haltephasen mit Pausen dazwischen, mehrmals pro Woche. Wichtig: Presse während der Anspannung nicht die Luft weg, sondern atme ruhig weiter. Bei bekannten Herzproblemen oder sehr hohen Werten klär vorher mit deinem Arzt ab, welche Übungen für dich passen.
Was hilft gegen Bluthochdruck sofort?
Einen dauerhaft erhöhten Blutdruck bekommt man nicht in Minuten in den Griff. Kurzfristig kann aber Ruhe helfen: hinsetzen oder hinlegen, ein paar Minuten langsam und tief atmen. Danach in Ruhe erneut messen, oft war der erste Wert durch Aufregung oder Anstrengung erhöht. Schnelle Hilfe bei Bluthochdruck heißt vor allem: Reize runterfahren und nicht in Panik geraten.
Bei Werten ab etwa 180 zu 120 mmHg zusammen mit Beschwerden wie starken Kopfschmerzen, Brustschmerz, Atemnot, Sehstörungen oder Sprach- und Lähmungserscheinungen wähle sofort den Notruf 112. Das kann auf einen hypertensiven Notfall, einen Schlaganfall oder ein Herzproblem hindeuten. Nimm keine zusätzlichen Medikamente auf eigene Faust ein.
Die App auf Rezept, die die Kasse voll zahlt
Seit dem Digitale-Versorgung-Gesetz können Ärztinnen und Ärzte digitale Gesundheitsanwendungen verordnen, kurz DiGA. Rechtsgrundlage ist § 33a SGB V. Diese Apps sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet. Welche das sind, zeigt auch unser DiGA-Verzeichnis. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten voll, für dich fällt nichts an.
Für Bluthochdruck gibt es eine solche DiGA. Sie begleitet dich beim Blutdruck messen, bei Bewegung und Ernährung und hilft dir, dranzubleiben. Das ist ergänzende Selbsthilfe zur Therapie, kein Ersatz für Arzt und Medikamente. Die ärztliche Abklärung bleibt wichtig.
DiGA bei Bluthochdruck, kostenlos auf Rezept über die Kasse
An die App kommst du auf zwei Wegen: Entweder verordnet dir dein Arzt oder Psychotherapeut die DiGA per Rezept, oder du reichst bei deiner Kasse einen Nachweis über die Diagnose ein und bekommst direkt einen Freischaltcode. Beide Wege kosten dich nichts. Wie das genau läuft, steht auf der Seite Oviva Direkt bei Bluthochdruck.
Was zahlt die Krankenkasse noch?
| Leistung | Was die Kasse übernimmt | Was für dich bleibt |
|---|---|---|
| Medikamente | Verschreibungspflichtige Blutdrucksenker. | Gesetzliche Zuzahlung 5 bis 10 Euro je Packung. |
| DiGA auf Rezept | Volle Kosten nach § 33a SGB V. | Nichts, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. |
| Präventionskurse | Zertifizierte Kurse zu Bewegung, Ernährung und Stress, je nach Kasse unterschiedlich, geregelt über § 20 SGB V. | Je nach Kasse ein Eigenanteil oder Bonuspunkte. |
| Check-up 35 | Gesundheitsuntersuchung inklusive Blutdruck, alle drei Jahre ab 35. | Nichts. |
Viele Kassen belohnen einen Präventionskurs oder Nichtrauchen zusätzlich über ihr Bonusprogramm. Frag im Zweifel direkt bei deiner Kasse nach, welche Angebote es bei Bluthochdruck gibt.
Häufige Fragen
Was tun bei Bluthochdruck akut?
Setz oder leg dich ruhig hin, atme langsam und vermeide Anstrengung, dann in Ruhe erneut messen. Ein einzelner hoher Wert ist noch kein Notfall. Kommen aber starke Kopfschmerzen, Brustschmerz, Atemnot, Sehstörungen oder Lähmungen dazu oder liegt der Wert bei etwa 180 zu 120, wähle sofort den Notruf 112. Nimm keine zusätzlichen Medikamente auf eigene Faust, nur das, was dein Arzt für solche Fälle festgelegt hat.
Was hilft gegen Bluthochdruck als Hausmittel?
Am besten belegt sind weniger Salz, weniger Alkohol, mehr Bewegung, Gewicht abnehmen und Rauchstopp. Kurzfristig kann langsames, tiefes Atmen den Druck etwas senken. Kräuter, Tees oder Nahrungsergänzung ersetzen keine ärztliche Behandlung und können mit Medikamenten wechselwirken. Hausmittel sind eine Ergänzung, keine Alternative zur Abklärung.
Bluthochdruck und Kopfschmerzen, was tun?
Miss nach ein paar Minuten Sitzen in Ruhe erneut. Bei leicht erhöhten Werten helfen Ruhe, Trinken und langsames Atmen. Sehr starke, plötzliche Kopfschmerzen zusammen mit sehr hohen Werten, Sehstörungen oder neurologischen Ausfällen sind ein Notfall, dann 112. Häufige Kopfschmerzen bei bekanntem Bluthochdruck solltest du ärztlich abklären lassen, statt sie nur mit Schmerzmitteln zu überdecken.
Quellen
- § 33a SGB V: Digitale Gesundheitsanwendungen
- BfArM: DiGA-Verzeichnis
- Deutsche Herzstiftung: Bluthochdruck
- § 25 SGB V: Gesundheitsuntersuchungen