Was tun bei Rückenschmerzen?
Bei den allermeisten Rückenschmerzen ist Bewegung besser als Schonung. Bleib so aktiv wie es geht, wärme die Muskulatur, mach regelmäßig leichte Übungen für Rücken und Rumpf und leg dich nicht tagelang flach hin. Kurzfristig können frei verkäufliche Schmerzmittel Schmerzen lindern, damit Bewegung leichter fällt. Für die meisten unspezifischen Rückenschmerzen braucht es keine Spritze und kein MRT. Wenn die Beschwerden nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden oder sofort bei Warnzeichen (Taubheit, Lähmung, Fieber, Probleme beim Wasserlassen), gehörst du zum Arzt. Und: Für Rückenschmerzen gibt es eine App auf Rezept, die die Krankenkasse voll bezahlt.
Über 80 Prozent der Rückenschmerzen sind unspezifisch. Das heißt: keine eindeutig feststellbare einzelne Ursache, oft spielt die Muskulatur eine Rolle. Und die reagiert gut auf Bewegung.
Übungen helfen vor allem, wenn du sie regelmäßig machst, nicht besonders intensiv. Zehn Minuten am Tag bringen mehr als eine harte Einheit pro Woche.
Die Krankenkasse zahlt mehr, als viele denken: Physiotherapie auf Rezept, Rückenkurse aus der Prävention und eine digitale Rücken-App voll auf Rezept, ohne Zuzahlung.
Auf dieser Seite steht zuerst, was du sofort selbst tun kannst, dann welche Übungen sinnvoll sind, und danach, was die gesetzliche Krankenkasse davon übernimmt. Stand ist der 7. Juli 2026.
Was tun gegen Rückenschmerzen: die erste Woche
Bei akuten, unspezifischen Rückenschmerzen gilt der einfache Grundsatz: in Bewegung bleiben. Bettruhe verlängert die Beschwerden eher, statt sie zu lindern. Das Bundesgesundheitsministerium und die ärztliche Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz empfehlen ausdrücklich, körperlich aktiv zu bleiben.
- Aktiv bleiben: Alltag, Spaziergänge und leichte Bewegung fortsetzen, so gut es der Schmerz zulässt.
- Wärme nutzen: Wärmflasche, Kirschkernkissen, warme Dusche oder ein Wärmepflaster entspannen die Muskulatur.
- Schonhaltung vermeiden: Dauerhaftes Verkrampfen und Schonen fördert neue Verspannungen.
- Schmerzmittel kurz und gezielt: Frei verkäufliche Mittel können helfen, damit du dich wieder bewegen kannst. Nicht wochenlang auf eigene Faust nehmen.
- Stress ernst nehmen: Anspannung und Dauerstress schlagen oft direkt in den Rücken.
Nicht jeder Rückenschmerz ist harmlos. Geh zeitnah zum Arzt bei Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Beinen, bei Lähmungserscheinungen oder Kraftverlust, bei Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, bei Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall. Auch wenn unspezifische Schmerzen nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Übungen gegen Rückenschmerzen
Übungen gegen Rückenschmerzen sollen die tiefe Rumpf- und Rückenmuskulatur kräftigen und den unteren Rücken beweglich halten. Wichtig ist, dass du schmerzarm und regelmäßig übst. Wenn eine Übung stark wehtut, lass sie weg und frag im Zweifel deinen Arzt oder Physiotherapeuten.
Vier einfache Übungen für zu Hause
- Katze und Pferd: Im Vierfüßlerstand den Rücken langsam runden und wieder sanft ins Hohlkreuz absenken. Zehnmal im Wechsel.
- Knie zur Brust: Auf dem Rücken liegend ein Knie mit beiden Händen zur Brust ziehen und halten, dann wechseln. Dehnt den unteren Rücken.
- Beckenbrücke: In Rückenlage die Füße aufstellen und das Becken anheben, bis Oberkörper und Oberschenkel eine Linie bilden. Kurz halten, langsam ablegen.
- Unterarmstütz: Auf Unterarmen und Zehen abstützen, Körper gerade halten. Mit wenigen Sekunden starten und langsam steigern. Kräftigt die Rumpfmitte.
Diese Übungen sind für unspezifische Rückenschmerzen gedacht. Ein an deine Beschwerden angepasstes Programm bekommst du in der Physiotherapie oder über eine digitale Rücken-App, die du dir gleich hier weiter unten von der Kasse bezahlen lassen kannst.
Was hilft gegen Rückenschmerzen: was die Kasse übernimmt
Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Rückenschmerzen musst du das nicht allein stemmen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt mehrere Leistungen, die dir konkret helfen.
- Physiotherapie: Auf ärztliches Rezept, etwa Krankengymnastik oder manuelle Therapie. Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung dazu (10 Prozent plus 10 Euro je Verordnung).
- Rückenkurse aus der Prävention: Nach § 20 SGB V bezuschussen viele Kassen zertifizierte Rückenschul- und Kräftigungskurse, oft anteilig oder komplett.
- Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA): Eine App auf Rezept, die die Kasse nach § 33a SGB V voll bezahlt, ohne Zuzahlung.
Für Rückenschmerzen gibt es mit Vivira eine geprüfte digitale Gesundheitsanwendung, die dir ein persönliches Übungs- und Bewegungsprogramm auf dein Handy bringt und dich Tag für Tag durch die Übungen führt. Sie wird ärztlich auf Rezept verordnet und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten voll, ohne Zuzahlung. Rechtsgrundlage ist § 33a SGB V, und die App ist offiziell im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet.
Wichtig: Die App ist kein Heilversprechen. Sie ist ergänzende Selbsthilfe und Therapieunterstützung, die dir hilft, dranzubleiben. Die ärztliche Abklärung bleibt bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden wichtig.
So bekommst du die App bezahlt
- Arzt oder Psychotherapeut fragen. Wer eine passende Diagnose stellt (zum Beispiel Rückenschmerzen), kann die DiGA direkt auf Rezept verordnen.
- Oder direkt über die Kasse. Du kannst dich auch mit einem ärztlichen Nachweis der Diagnose an deine Krankenkasse wenden. Die Kasse stellt dann einen Freischaltcode aus.
- Code einlösen. Mit dem Rezept oder dem Code schaltest du die App frei und legst mit dem Programm los.
- Dranbleiben. Der Nutzen kommt aus der Regelmäßigkeit. Die App erinnert dich und passt die Übungen an deinen Verlauf an.
Die meisten Rückenschmerzen verschwinden von selbst wieder, vor allem wenn du in Bewegung bleibst und die Muskulatur kräftigst. Physiotherapie, Rückenkurse und eine Rücken-App sind Werkzeuge, die dir das erleichtern, keine Wundermittel. Bei Warnzeichen oder wenn nichts hilft, bleibt die ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Häufige Fragen
Was tun bei akuten Rückenschmerzen?
Bleib so aktiv wie möglich, wärme die Muskulatur und mach leichte Übungen. Bettruhe verlängert die Beschwerden eher. Kurzfristig können frei verkäufliche Schmerzmittel helfen. Bei Taubheit, Lähmung, Fieber oder Problemen beim Wasserlassen sofort zum Arzt, sonst spätestens, wenn es nach zwei bis drei Wochen nicht besser wird.
Welche Übungen helfen gegen Rückenschmerzen?
Sanfte Mobilisation und Kräftigung von Rücken und Rumpf: Katze und Pferd im Vierfüßlerstand, Knie zur Brust, Beckenbrücke und Unterarmstütz. Regelmäßig und schmerzarm üben bringt mehr als hohe Intensität. Ein persönliches Programm gibt es in der Physiotherapie oder über eine Rücken-App auf Rezept.
Was zahlt die Krankenkasse gegen Rückenschmerzen?
Ärztlich verordnete Physiotherapie (mit gesetzlicher Zuzahlung), Rückenkurse aus der Prävention nach § 20 SGB V (oft anteilig oder ganz) und digitale Gesundheitsanwendungen nach § 33a SGB V voll auf Rezept, ohne Zuzahlung. DiGA findest du im offiziellen BfArM-Verzeichnis unter diga.bfarm.de.
Quellen
- § 33a SGB V: Digitale Gesundheitsanwendungen
- BfArM: DiGA-Verzeichnis
- § 20 SGB V: Primäre Prävention und Gesundheitsförderung
- Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz (AWMF, NVL-007)
- Bundesgesundheitsministerium: Rückenschmerzen